Beide Verfahren digitalisieren physische Objekte zu 3D-Modellen. Beide erzeugen Punktwolken. Aber sie unterscheiden sich erheblich in Kosten, Aufwand, Genauigkeit und Eignung — und die Wahl des falschen Verfahrens kostet Zeit und Geld.
Wie funktionieren die beiden Verfahren?
Fotogrammetrie nutzt mehrere Fotos desselben Objekts aus verschiedenen Winkeln. Software erkennt gemeinsame Bildpunkte und berechnet daraus ein präzises 3D-Modell. Eine normale Kamera oder ein Smartphone reicht als Hardware. Wie das im Detail funktioniert, erklärt Was ist Fotogrammetrie?.
Laserscanning misst Abstände direkt: Ein Laserstrahl tastet die Oberfläche ab und berechnet per Lichtlaufzeit oder Triangulation die exakte Position jedes Punktes. Das Ergebnis ist hochpräzise — aber die Hardware ist entsprechend teuer. Terrestrische Laserscanner kosten 5.000–50.000 €, professionelle Handscanner 3.000–20.000 €.
Der direkte Vergleich
| Merkmal | Fotogrammetrie | Laserscanning |
|---|---|---|
| Hardware | Kamera / Smartphone | Spezialhardware |
| Anschaffungskosten | < 500 € (oder keine) | 3.000–50.000 € |
| Typische Genauigkeit | ±0,5–2 mm | ±0,1–0,5 mm |
| Textur & Farbe | Ja, automatisch | Nein (Graustufen) |
| Geeignet für große Objekte | Sehr gut | Gut |
| Geeignet für glänzende Oberflächen | Mit Kreuzpolarisation | Bedingt |
| Software-Aufwand | Mittel | Gering–mittel |
| Typische Ausgabeformate | OBJ, STL, PLY, STEP | PLY, E57, RCP, STEP |
Wann ist Fotogrammetrie die bessere Wahl?
In der Praxis ist Fotogrammetrie die erste Wahl für Oldtimer-Karosserien, Architekturfassaden, Kunstobjekte und Geländeerfassung per Drohne. Überall dort, wo Textur und Farbe wichtig sind und die Genauigkeit im Millimeterbereich liegt, schlägt Fotogrammetrie Laserscanning auch bei gleicher Präzision — weil das Farbmodell automatisch mitgeliefert wird.
Wann ist Laserscanning überlegen?
Laserscanning ist das Mittel der Wahl bei Messtechnik, Qualitätskontrolle in der Serienfertigung und Reverse Engineering mit sehr engen Toleranzen. Wenn 0,2 mm Abweichung einen Unterschied macht — etwa bei Lagerpassungen oder Präzisionsmechanik — ist der Mehrpreis gerechtfertigt.
Die Kurzformel
Genauigkeit ±1 mm reicht, Textur ist wichtig, Budget begrenzt → Fotogrammetrie
Genauigkeit ±0,3 mm oder besser nötig, monochromes Ergebnis akzeptabel, Budget vorhanden → Laserscanning
Für die meisten Reverse-Engineering-Aufgaben, Archivierungsprojekte und Visualisierungsanforderungen ist Fotogrammetrie ausreichend — und deutlich günstiger in der Beauftragung, weil keine teure Hardware amortisiert werden muss. Was Fotogrammetrie bei Genauigkeit konkret leisten kann, beschreibt Wie genau ist Fotogrammetrie?.
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