Wer zum ersten Mal 3D-Druckteile bestellt, steht schnell vor der Frage: FDM oder SLA? Beide Verfahren produzieren dreidimensionale Objekte — aber sie tun es auf grundlegend unterschiedliche Weise, mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen.
Dieser Artikel erklärt, was hinter den Abkürzungen steckt, wo jedes Verfahren glänzt, und wie Sie für Ihr Projekt die richtige Wahl treffen.
Wie funktionieren die beiden Verfahren?
FDM — Fused Deposition Modeling schmilzt einen Kunststofffaden und trägt ihn Schicht für Schicht auf. Der Druckkopf fährt Bahnen ab wie ein sehr präzises Heißklebepistolen-System. Das Ergebnis: robuste, günstige Teile mit sichtbaren Schichtlinien.
SLA — Stereolithografie arbeitet umgekehrt: Statt Kunststoff aufzutragen, härtet UV-Licht flüssiges Harz punktgenau aus. Die Auflösung liegt deutlich höher — Schichtdicken von 25 µm sind Standard, was etwa dem halben Durchmesser eines menschlichen Haars entspricht.
Der direkte Vergleich
| Merkmal | FDM | SLA |
|---|---|---|
| Oberflächenqualität | Schichtlinien sichtbar | Glatt, fast spiegelnd |
| Detailschärfe | Mittel | Sehr hoch |
| Bauvolumen | Groß (bis 300 × 300 × 400 mm) | Klein–mittel (bis ~145 × 145 × 185 mm) |
| Materialvielfalt | Hoch (PLA, PETG, ASA, PA…) | Begrenzt (Standardharz, Flex, ABS-ähnlich) |
| Mechanische Belastbarkeit | Hoch | Mittel–gering |
| UV-Beständigkeit | Gut (ASA, ABS) | Eingeschränkt |
| Preis pro Teil | Günstig | Höher |
| Nachbearbeitung | Kaum nötig | Waschen + UV-Aushärten nötig |
Wann ist FDM die richtige Wahl?
FDM ist das Arbeitspferd. Es eignet sich immer dann, wenn ein Teil wirklich funktionieren muss — nicht nur gut aussehen.
Typische Anwendungsfälle aus unserer Praxis:
- Halterungen und Gehäuse — Kabelmanagement, Gerätehalter, Schienensysteme
- Funktionsteile für Prototypen — Testgehäuse, Hebel, Clips
- Ersatzteile — Wenn das Original aus ABS ist, liefert ASA ähnliche Eigenschaften mit besserer UV-Beständigkeit
- Großobjekte — Ab ca. 200 mm Kantenlänge ist SLA oft keine Option mehr
Der oft genannte Nachteil — sichtbare Schichtlinien — lässt sich durch Nachbearbeitung (Schleifen, Grundieren, Lackieren) weitgehend eliminieren. Für viele technische Anwendungen sind die Linien ohnehin irrelevant.
Wann ist SLA überlegen?
SLA liefert Ergebnisse, die man FDM-Teilen auf den ersten Blick ansieht: glattere Oberflächen, schärfere Kanten, feinere Details.
Typische Anwendungsfälle:
- Schmuck und Designobjekte — Details unter 0,5 mm bleiben erhalten
- Zahntechnik und Medizin — Schienen, Modelle, Prothetik (mit entsprechenden Harzen)
- Gussmodelle — Wachsausschmelzverfahren, Sandguss
- Passformen und Verbinder — Wenn 0,1 mm Toleranz entscheidend ist
- Architekturmodelle — Feine Fassadenstrukturen, Geländer, Treppenläufe
Der Nachteil: SLA-Teile sind oft spröder als FDM-Teile aus technischem Filament, und Standardharze degradieren unter dauerhafter UV-Exposition.
Die Kurzformel
Wenn Sie unsicher sind: Fragen Sie sich, was nach dem Druck wichtiger ist.
Funktion und Beständigkeit → FDM mit PETG oder ASA
Optik und Präzision → SLA mit Standardharz
Für viele Projekte, die wir begleiten, lautet die Antwort: beides. Strukturteile in FDM, Abdeckungen oder sichtbare Elemente in SLA — kombiniert zu einem Ergebnis, das weder rein in FDM noch rein in SLA möglich wäre.
Was kostet der Unterschied?
SLA-Material ist teurer, die Nachbearbeitungszeit länger. Für ein identisches Volumen liegt SLA typischerweise beim 1,5- bis 2,5-fachen des FDM-Preises — abhängig von Geometrie, Stückzahl und Harztyp.
Für Einzelteile oder kleine Serien ist das meist kein Argument. Bei größeren Mengen wird der Preisunterschied relevant — und FDM dann fast immer zur ersten Wahl.
Noch unsicher?
Schicken Sie uns einfach Ihre Anfrage — mit Datei oder Skizze, Anwendungsfall und gewünschter Stückzahl. Wir empfehlen das passende Verfahren, Material und geben ein Angebot ab. Unverbindlich, innerhalb von 24 Stunden.